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Firefox Quantum: schön, schlank, schnell

Firefox Quantum

Quelle: mozilla.org

Dieser Beitrag wurde am 21. Februar 2018 das letzte Mal aktualisiert.

Firefox Quantum ist im Gegensatz zu seinen Vorgängern schlanker, schneller, hübscher und steht seit kurzem zum Download bereit. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings, denn einige wichtige Add-ons stehen noch nicht als WebExtensions-Version bereit. Über diesen neuen Add-on-Typ haben wir bereits berichtet.

Firefox aufgemotzt

Nach eigenen Angaben hat Mozilla 75% der Codebasis überarbeitet. Firefox profitiert jetzt besonders von neuer Hardware mit mehreren Prozessorkernen und benötigt weniger Arbeitsspeicher.

Mit dem Benchmark Tool von Mozilla hat heise online die verschiedene Browser überprüft. Das Ergebnis: Im Vergleich zu Firefox 52, auf dem die aktuelle Extended-Support-Release-Version basiert, ist Firefox 57 doppelt so schnell. Auch gegenüber Firefox 55 konnte Quantum an Geschwindigkeit zulegen. Der Benchmark zeigt auch, wie sich Quantum gegenüber der Konkurrenz schlägt. Chrome ist nach wie vor der schnellste Webbrowser, aber mit Edge liegt Firefox 57 gleichauf. Das Ziel, schneller als Chrome zu sein, bleibt also unerreicht, wir können aber davon ausgehen, dass Mozilla den Browser weiter optimieren wird.

Seit Version 55 belegt Firefox außerdem wesentlich weniger Arbeitsspeicher. Ein Entwickler hat das getestet, indem er fast 1.700 Tabs öffnete. Statt wie vorher 2 GB, hat Firefox damit nur noch 0,5 GB RAM belegt.

Add-ons: Fehlt hier etwas?

Einige Add-on-Entwickler sind verärgert. Einer der Vorwürfe: Die passenden Schnittstellen zur Anwendungsprogrammierung seien nicht rechtzeitig zur Verfügung gestellt worden. Deswegen hätten die Entwicker ihre Plugins nicht rechtzeitig zur Veröffentlichung von Quantum fertigstellen können. Selbst wenn jetzt nach und nach weitere Plugins portiert werden, solltet ihr damit rechnen, dass nicht alles gleich wie gewohnt funktioniert.

uBlock Origin und HTTPS Everywhere sind bereits als WebExt-Version verfügbar. Allerdings fehlen noch nützliche Plugins wie NoScript oder Self-Destructing Cookies. Um zu sehen welche Plugins betroffen sind, solltet ihr nach dem Update als erstes einen Blick in eure Add-on-Verwaltung werfen. Fehlt etwas, kann Firefox euch einen Ersatz vorschlagen — das hat aber nicht immer Erfolg.

Zum Löschen von Cookies schlägt Mozilla Cookie AutoDelete vor. Das Plugin funktioniert bei unserem Test allerdings nicht, obwohl im automatischen Modus Meldungen über gelöschte Cookies eingeblendet werden. Über Einstellungen > Datenschutz & Sicherheit > Chronik > Cookies anzeigen konnten wir feststellen, dass die Cookies eben nicht gelöscht wurden.

Der Entwickler von NoScript peilt eine stabile WebExt-Version bis zum Ende der Woche an. Bis dahin könnt ihr Scripte per uBlock Origin blocken. Wie das geht könnt ihr in unserem ausführlichen Artikel dazu lesen.

Nachtrag: Cookie AutoDelete funktionierte bei uns wegen einer benutzerdefinierten Einstellung (about:config) nicht. Laut Entwickler handelt es sich um einen Bug in der Firefox Cookie-API. Seit wir die Einstellung zurückgesetzt haben, funktioniert das Add-on problemlos. Dank geht an den Leser, der uns darauf aufmerksam gemacht hat.

– Eure Datenschutzhelden

 

Update, 28.11.2017: Wir haben einen Nachtrag zu unserem Problem mit Cookie AutoDelete eingefügt.

4 Kommentare





  1. hoergen

    Statt NoScript kann man uMatrix einsetzen, das hat sogar (oder leider) je nach Anwender mehr Möglichkeiten Scripte zu blocken.
    https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/umatrix/

    • Thorsten

      Absolut. Von uMatrix bin ich auch ein großer Fan. Ich fand den Verweis auf uBlock Origin besser, da wir dafür im Gegensatz zu uMatrix eine Anleitung haben.

  2. Markus

    Hi! Wie immer TOP Beitrag!
    Ich habe anstatt Cookie AutoDelete, gerade mal das Addon Self Destroying Cookies getestet, dies scheint zu funktionieren: https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/self-destructing-cookies-1/?src=api

    • Thorsten

      Hallo Markus, danke für dein Lob und den Tipp. Self Destroying Cookies funktioniert auf den ersten Blick sehr gut. Man darf nur nicht vergessen in den Einstellungen “Domainwechsel im selben Tab” zu aktivieren, sonst bleiben in einigen Fällen doch Cookies stehen. Die Option “Offene Tabs beachten” ist auch nützlich. Mit diesen Einstellungen sollte es sich wie Self-Destructing Cookies verhalten.

      Nachtrag:
      Mittlerweile habe ich den Fehler gefunden. Es gibt einen Bug in der Cookie-API von Firefox, die bei einer bestimmten Einstellung in der “about:config” verhindert, dass Cookies gelöscht werden. Wegen der einfacheren Einrichtung habe ich mich dann doch für Cookie AutoDelete entschieden.

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