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Privatsphäre-GAU: Digitalisierung an Schulen

Pünktlich zum neuen Schuljahr bringt die Electronic Frontier Foundation (EFF) Privatsphäre-Tipps für Lehrer. Die sollen ihren Schülern grundlegendes Wissen über Privatsphäre und Sicherheit vermitteln — das ist auch dringend notwendig.

Mit dem breiten Einsatz von Bildungstechnologien wie dem Chromebook von Google in amerikanischen Schulen besteht die Gefahr, dass bereits Schulkinder gläsern werden. Lehrer sind keine IT-Spezialisten und sollten sich daher weiterbilden, um die Sensibilität des Themas zu begreifen und später Schüler sowie Eltern aufzuklären. Deren Einverständnis sollte nämlich eingeholt werden, bevor ihr Kind bei Diensten angemeldet wird.

Auch in Deutschland besteht dringend Handlungsbedarf, denn selbst viele Erwachsene scheitern an grundlegenden Fragen, wie:
Was ist Privatsphäre und warum ist sie auch online wichtig?
Wie schütze ich meine Daten und Accounts?
Wie erstellt ich ein sicheres Passwort?

Es ist an der Zeit, dass der verantwortliche Umgang mit Informationstechnologien auf die Lehrpläne kommt, damit die nächste Generation diese Fragen sicher beantworten kann.

Noch haben wir die Digitalisierung der Klassenzimmer verschlafen, aber das ist vielleicht auch eine Chance. Die USA machen uns vor, wie wir es nicht machen sollten. Sobald auch hierzulande ein Markt für Bildungstechnologie entsteht, werden wir vor der Frage stehen, ob wir unsere Kinder den Datenkraken überlassen wollen — oder bereits eine bessere Alternative parat haben.





  1. Tina

    Hallo Thorsten,

    ich bin auf deinen interessanten Artikel gestoßen. Finde ihn sehr hilfreich. Vor allem aber deine Erläuterungen dazu was mit der Digitalisierung an Schulen auf uns zukommt, finde ich mehr als gelungen und sehr empfehlenswert. Danke dafür.

    Liebe Grüße
    Tina

    • Thorsten

      Hallo Tina,

      freut mich, dass es dir gefällt. Das Thema “Kinder und digitale Medien” kommt leider überall etwas zu kurz. Auch wir haben nicht viel dazu. Der Autor Ulf Schleth hat sich darüber intensiv Gedanken gemacht, hier haben wir seinen Artikel verlinkt: Kinder und die digitale Welt

      Viele Grüße
      Thorsten

  2. XkYZ41

    Solange es Facebook und & Co gibt wird es keine Änderung geben, es werden sich nur Menschen dafür interessieren die sich damit auskennen, oder ein wenig (paranoid) sind, das sind nur sehr weinige im Vergleich zu den Massen die WahtsApp und Co nutzen. Die Leute interessiert es einfacht nicht hauptsache man kann sein Hirn ausschalten und die App etc. macht alles für mich, ein Klick und fertig (übertrieben gesagt).

    “ob wir unsere Kinder den Datenkraken überlassen wollen — oder bereits eine bessere Alternative parat haben.”

    Ist doch schon längst geschehen, wieviele Schulkinder laufen mit einem Smartphone rum (Googleaccount/Googleapps etc….)

    Das im Hintergrund jedemenge Metadaten(Daten an Konzerne/Werbeplattformen weitergeleitet werden, ist ja eben nicht sichtbar). Deshalb glauben es viele einfach nicht bzw. wollen es nicht warhaben, wie oft war Zb. Whatsapp in den Nachrichten in der Kritik, das einzige was sich geändert hat ist die Veschlüsselung, mehr nicht.

    Die guten Alternative sind beim Einrichten für viele einfach zu (Komplizert/ oder man ist eher zu faul…)
    Wenn man es genau nimmt fängt es ja schon beim Einkauf an (zb Punkte sammeln) Oder Die Kassiererin fragt nach deiner Postleitzahl….

    Und zu eurer Seite schaut mal hier vorbei 😉

    https://webbkoll.dataskydd.net/en/results?url=https%3A%2F%2Fdatenschutzhelden.org%2F

    https://observatory.mozilla.org/analyze.html?host=datenschutzhelden.org&third-party=false#tab-third-party-tests

    • Thorsten

      Danke für den Hinweis bzw. die Links. Anscheinend gibt es da noch Verbesserungsbedarf. Wir werden uns dieser Sache annehmen, sobald der Site-Admin aus dem Urlaub zurück ist.

      Ist doch schon längst geschehen, wieviele Schulkinder laufen mit einem Smartphone rum (Googleaccount/Googleapps etc….)

      Das ist ziemlich pauschal. Um das besser beurteilen zu können, müssten wir uns die genauen Zahlen dazu ansehen. Ich stimme dir zu, dass sich viele zu wenige Gedanken um diese Themen machen. Wir sollten aber nicht resignieren. Auch die Eltern können bei der digitalen Erziehung ‘mitgenommen’ werden. Das sorgt für aufgeklärte Nutzer und langfristig hoffentlich für ein Umdenken.

      Schließlich muss das ja irgendwann stattfinden, oder?

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