Am 13.07.2017 waren die Datenschutzhelden in der Abenschau zu sehen.

Der kurze Beitrag ist ein Zusammenschnitt eines Seminars, das wir beim Münchner Senioren Computerclub abgehalten haben.

Es war eine tolle Erfahrung, einen Fernsehbeitrag zum Thema Datenschutz zu geben und wir freuen uns, dass ein solch schönes Ergebnis dabei heraus gekommen ist.

Doch seht selbst:

Abendschau Datenschutz Tipps

Weiterführende Anleitungen zu dem Beitrag

1) Webcam abkleben

Alle Eingänge eurer digitalen Geräte lassen sich unbemerkt fernsteuern, sodass ihr ständig beobachtet werden könnt. Dabei kann auch die Kontrollleuchte, die normalerweise anzeigt, dass die Kamera aktiv ist, umgangen werden, wodurch ihr nichts von der Beobachtung mitbekommt — davon abgesehen, dass das Lämpchen oft ohnehin übersehen wird. Das ist sehr kritisch, weil Webcams oft Portraitaufnahmen von euch und damit viele eurer biometrischen Daten zeigen oder auf euer Zimmer ausgerichtet sind, während ihr euch beispielsweise umzieht.

Mehr zu diesem Thema findet ihr in Paulas Artikel: Webcam abkleben mit Webcam-Stickern vom BMFSFJ

Auch die Dame in dem Beitrag klebt ihre Kamera mit einem BMFSJ-Sticker ab.

2) Sicheres Passwort

Welche Faktoren machen ein sicheres Passwort aus?

  1. Zufall
    Ein sicheres Passwort muss möglichst zufällig gewählt sein. Denn wenn ihr z.B. den Namen eures Wohnortes und euer Geburtsdatum nehmt, kann dieses Passwort sehr leicht geknackt werden (auch Social Engineering genannt)
  2. Einzigartigkeit
    Dieser Punkt hängt auch mit dem ersten zusammen. Denn auch wenn ihr euch ein vermeintlich sicheres Passwort ausdenkt, ist es unter Umständen doch sehr leicht zu knacken. Das Passwort „6zhnnji9“ beispielsweise sieht auf den ersten Blick zwar relativ sicher aus, ist aber ein V-Muster auf der Tastatur.
  3. Länge
    Hier ist die Regel sehr einfach: je länger, desto besser. Mit jedem Zeichen steigt die Komplexität des Passworts exponentiell.
  4. Unterschiedliche Passwörter
    Ihr dürft niemals bei zwei Diensten dasselbe Passwort wählen. Denn sollte einer davon kompromittiert werden, sind die anderen auch gleich geknackt.

Um ein sicheres Passwort zu erhalten, welches diese Kriterien erfüllt, gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Ihr nutzt einen Passwortsafe. Hierbei müsst ihr euch die Passwörter nicht mehr merken, da euch euch ein Programm dieses Problem abnimmt. Somit könnt ihr immer sehr sichere Passwörter wählen. Schaut euch zum Thema Passwortsafe unseren KeePassX-Artikel an.
  2. Oder ihr nutzt die Methode, die wir in dem Beitrag vorgestellt haben. Damit könnt ihr euch sichere Passwörter erstellen, die auch noch leicht zu merken sind. Dazu benötigt ihr eine Zeitung (oder einen anderen Text) und einen Würfel (oder: Würfel-App).
    1. Sucht euch einen Satz aus, der euch gefällt.
    2. Würfelt.
    3. Wählt das (gewürfelte Zahl)te Wort in dem Satz und notiert es.
    4. Das macht ihr nun mindestens 5 mal mit verschiedenen Sätzen. Nehmt nicht zwei mal den gleichen Satz!
    5. Dann kommt ein zufälliger und meistens eher sinnfreier Satz raus, z.B. „HaseinoderflachblauHände“.
    6. Denkt euch nun eine Geschichte zu diesem Passwort aus.
      Bsp.: „HaseinoderflachblauHände“
      -> Ein Hase, der von Blauen Händen ganz flach zusammengedrückt wird.
    7. Somit habt ihr nun ein Passwort, das schon 2/4 Kriterien erfüllt.
    8. Ersetzt nun einzelne Buchstaben durch andere Zeichen.
      „HaseinoderflachblauHände“
      -> #as&*nod&rflac#blau#änd& (H=#,&=e, *=i)
    9. Wenn ihr nun noch für jeden Dienst ein neues Passwort wählt, habt ihr ein Passwort, das alle Kriterien erfüllt.

3) Digitaler Fingerabdruck

Jeder Mensch ist einzigartig. Wir haben eine eigene Augenfarbe, Haarfarbe, Größe, Schrittweite, Stimme, Gesichtsform und vieles mehr. Dadurch können wir Menschen unterschieden werden.

Frei nach diesem Vorbild ist der Werbeindustrie aufgefallen, dass auch Browser viele individuelle Merkmale haben: Der Browser Fingerprint (deutsch: Browser-Fingerabdruck) wurde geboren.

Je nach Konfiguration können Betriebssystem, Sprache, Schriftarten, Plugins, Fenstergröße und viele weitere Merkmale individuell abgefragt werden.

Durch das Vergleichen dieser Merkmale lassen sich erschreckend genau die einzelnen Nutzer unterscheiden und damit nachverfolgen. Denn überall wo ihr hinsurft, hinterlässt euer Browser seinen Fingerabdruck.

Mehr zu diesem Thema in unserem Artikel: Browser Fingerprinting – wieso ein schwarzer BMW besser ist als ein gelber Lamborghini

Wie handhabt ihr diese drei Themen? Waren sie euch alle schon bekannt oder sollen wir mehr Grundlagen erklären? Schreibt uns eure Meinung in den Kommentaren oder gerne auch per Email: kontakt@datenschutzhelden.org

– Eure Datenschutzhelden