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Facebook ➤ Diaspora

Facebook zu diaspora*

Quelle: heavyeditorial.files.wordpress.com/

Dieser Beitrag wurde am 21. Februar 2018 das letzte Mal aktualisiert.

Euch ist sicher schon aufgefallen, dass wir dem Internetgiganten Facebook eher kritisch gegenüberstehen. Speziell durch den Artikel Facebook lohnt nicht – eine Bestandsaufnahme sollte es mittlerweile jedem klar sein, wieso Facebook euch keine Vorteile bringt.

Natürlich wollt ihr nicht in das letzte Jahrtausend zurück, bevor es soziale Netzwerke gab. Denn niemand möchte sein sozialen Kontakte per Email pflegen, oder?

Doch das müsst ihr auch nicht, denn es gibt eine Alternative:

Diaspora*

Quelle: diaspod.de

Die Webseite der diaspora foundation (die sich um die Entwicklung des Netzwerks kümmert), begrüßt die Besucher mit folgenden Worten:

Willkommen bei diaspora*

Die soziale Onlinewelt, in der du deine Daten in der Hand hast.

Und dieser einfache Satz stellt euch schon das Kernziel des Netzwerkes vor.  Dieses Soziale Netzwerk hat es sich zur Aufgabe gemacht, eure Privatsphäre zu wahren, und hat sich dafür die folgenden drei Säulen ausgedacht:

  1. Dezentralisierung
    Statt die Daten aller Nutzer auf riesigen Servern von großen Organisationen zu sammeln, können lokale Server (“Pods”) überall auf der Welt aufgesetzt werden. Ihr entscheidet, auf welchem Pod ihr euch anmeldet – vielleicht ist es euer lokaler Pod –, und von dort könnt ihr euch nahtlos mit der weltweiten Gemeinschaft von diaspora* verbinden.
  2. Freiheit
    Ihr könnt bei diaspora* sein, wer immer ihr wollt. Anders als bei manch anderen Netzwerken müsst ihr nicht eure echte Identität verwenden. Ihr sucht euch aus, auf welche Weise ihr mit wem interagiert. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Außerdem ist diaspora* freie Software, die euch die Freiheit gibt, sie zu nutzen, wie ihr es wünscht.
  3. Privatsphäre
    Auf diaspora* sind eure Daten euer Eigentum. Ihr übertragt keine Rechte irgendeinem Unternehmen oder einem Dritten, der sie benutzen könnte. Bei diaspora* sind eure Freunde, Gewohnheiten und Inhalte euer Ding! Zudem sucht ihr aus, wer sehen kann, was ihr teilt.

Wichtige Grundlage zu diaspora*:

Diaspora* Netzwerk

Quelle: diasporafoundation.org – CC BY 3.0

diaspora* ist ein förderalisiertes Netzwerk ohne zentrale Basis. Es gibt Server (“Pods” genannt), die über die ganze Welt verteilt sind. Jeder einzelne enthält die Daten jener Nutzer, die sich auf dem jeweiligen Server registriert haben. Diese Pods kommunizieren nahtlos miteinander, sodass ihr euch auf einem beliebigen Pod registrieren und frei mit jedem eurer Kontakte unterhalten könnt, wo auch immer sie sich im Netzwerk befinden.

Doch genug von den Grundlagen! Am besten könnt ihr euch ein Bild von diaspora* machen, indem ihr es selbst ausprobiert.

Nach ein paar einfachen Schritten kann der Spaß beginnen:

  1. Pod auswählen
    1. Wie in den Grundlagen beschrieben ist es nicht wichtig, welchen Pod ihr nutzt
    2. Sucht euch einen Pod aus der List von the-federation.info aus. Bedeutung der wichtigen Spalten:

      1. Name – ist die Webadresse des Pods. Hier sollte ihr den nehmen, der euch am besten gefällt und den ihr euch merken könnt. Euer Account wird später die folgenden Form haben: <Account-Name>@<Pod-Webadresse>
      2. Open signups – Hier müsst ihr einen auswählen bei dem Yes steht. Denn nur dann könnt ihr euch bei dem Pod registrieren
      3. Posts – Klickt auf die Spalte und lasst euch die Pods absteigend sortiert anzeigen. Dadurch erkennt ihr Pods mit vielen Konversationen. Damit kann euch der Einstieg erleichtert werden, da ihr sofort anderen Nutzer findet.
      4. Services – In dieser Spalte sind Zusatzfunktionen angezeigt, welche der Pod besitzt. Wenn ihr eine bestimmte Funktion haben wollt, solltet ihr danach aussuchen.
        1. Mit diaspora* habt ihr die Möglichkeit, mit euren  Freunden in Verbindung zu bleiben – selbst wenn sie noch nicht auf diaspora* sind. Verbindet einfach euer Konto mit anderen Diensten und benutze diaspora* als Zentrale, um Beiträge für eure Profile in anderen Diensten zu erstellen. Im Moment unterstützt diaspora* die gleichzeitige Veröffentlichung von Beiträgen in deinem Facebook-, Twitter- und Tumblr-Konto und es werden weitere folgen.
        2. Abkürzungen
          • fb = facebook
          • tw = twitter
          • tu = tumblr
          • wp = wordpress
      5. Country – Hiermit ist der Standort gemeint, an dem die Server stehen. Nehmt am besten einen Pod der als Location Deutschland hat, da der Server dann unter deutsche Rechtsprechung fällt.
  2. Bei dem Pod (und somit diaspora*) anmelden
    1. Öffnet die Webseite des Pods und klickt auf Registrieren
    2. Tragt eure Daten in das Formular ein und schon seid ihr registriert
      1. Ihr könnt euch bei Username einen beliebigen auswählen. Es muss nicht wie bei Facebook euer Klarname sein (auch wenn das natürlich geht, wenn ihr wollt)
  3. Damit ihr direkt die neu gewonnen Freiheit genießen und euch mit anderen diaspora*-Nutzern austauschen könnt, ist es sinnvoll ein paar Tags zu folgen um Leute kennen zu lernen (z.B. #musik, #fotografie, #datenschutz)
  4. [Optional] Zeigt all euren Facebook-Freunden, dass ihr nun bei diaspora* seid
    1. Öffnet dieses Bild
    2. Klickt mit der rechten Maustaste auf das Bild und klickt auf “Grafik speichern unter”.
    3. Nun ändert ihr euer Facebook-Profilbild auf das Bild und als Bildunterschrift wählt ihr euren diaspora*-Profillink (damit eure Freunde euch auch bei diaspora* finden können)
  5. Wenn ihr noch weiter informieren wollt, bietet euch die Seite der diaspora foundation eine sehr gute Anlaufstelle:
    1. Grundlagen (ganz unten links könnt ihr die Sprache auf Deutsch umstellen)
    2. Häufige Fragen
    3. diaspora*-Wiki

Und für die unter euch, die sich noch nicht durch den Artikel Muss es immer eine App sein haben bekehren lassen: Es gibt für diaspora* auch eine Android-App: dandelion*

Abschließen ist zu sagen: Gebt diaspora* eine Chance und erkundet erst ein bisschen die neue Plattform, bevor ihr euch ein Urteil bildet. Denn wenn ihr euch an eure ersten Tage mit Facebook zurück erinnert, wisst ihr sicher noch, dass  ihr die Plattform auch erst einmal kennenlernen musstet, bevor ihr sie vollwertig nutzen konntet.

Natürlich findet ihr auch die Datenschutzhelden auf diaspora*.

Habt ihr noch Fragen? Dann stellt sie uns doch direkt auf diaspora* 😉

– Eure Datenschutzhelden


Ein Großteil des Artikel basiert auf der Webseite der diaspora foundation. Im Speziellen wurde die Anrede von du auf ihr geändert, damit die Passagen zum Stil von Datenschutzhelden.org passt.

https://diaspod.de/stream

https://podupti.me/

http://the-federation.info/

2 Kommentare





  1. Nehme Tokio

    Der Link zum Facebook Profilbild funktioniert nicht. Eingestellt ist das Bild mit Suffix .png, richtig wäre .jpg.

    • Simon F.

      Hallo Nehme,

      vielen Dank für diesen Hinweis!
      Der Link ist aktualisiert und funktioniert nun dank deiner Hilfe 😀

      BR,
      Simon

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