Dieser Beitrag wurde am 26. Januar 2018 das letzte Mal aktualisiert.

Webbrowser oder allgemein auch Browser (engl. [ˈbɹaʊ̯zə(ɹ)], to browse, ‚stöbern, schmökern, umsehen‘, auch ‚abgrasen‘) sind spezielle Computerprogramme zur Darstellung von Webseiten im World Wide Web oder allgemein von Dokumenten und Daten. Das Durchstöbern des World Wide Webs beziehungsweise das aufeinanderfolgende Abrufen beliebiger Hyperlinks als Verbindung zwischen Webseiten mit Hilfe solch eines Programms wird auch als Internetsurfen bezeichnet.

Durch den Umstand, das Ihr gerade Datenschutzhelden.org lest nutzt Ihr schon einen Browser. Ihr habt in der URL-Leiste oben die Adresse eingegeben und wurdet somit auf diese Seite geleitet.

Es gibt verschiedenste Browser, die alle Vor- und Nachteile haben: Einer ist schneller als andere, der nächste schaut schöner aus und ein weiterer ist Open Source. In den meisten Artikeln lest Ihr das die Datenschutzhelden den Firefox-Browser empfehlen, da dieser viele Vorteile vereint und vor allem ein Open Source Projekt ist. Somit ist es bedeutend schwerer Code in den Browser einzubauen, der euch überwacht.

Noch einen Schritt weiter geht der “The Onion Router”-Browser (kurz: TOR-Browser): Der Browser schütz euere Privatsphäre mit verschiedensten Mitteln:

  • Es sind nur ausgewählte sichere Plugins installiert
  • Er baut auf dem Open Source Browser Firefox auf
  • Jede Anfrage die Ihr sendet, wir über mindestens drei Kontenpunkte umgeleitet, somit weiß niemand wer Ihr seid und Ihr seit sicher im Internet unterwegs
  • Alle Scripte auf Webseiten sind standartmäßig deaktivert (Plugin: NoScript)
  • Browser-Fingerprinting wird mit verschiedensten Techniken erschweert

Genaueres zum Verbindungsaufbau:

TOR-Arbeitsweise

Quelle: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:TOR_Arbeitsweise.svg&filetimestamp=20141103182401&

Wie in dem Bild ersichtlich ist, wird der unsichere Datenverkehr zuerst durch mehrere andere Server geleitet (in der Graphik sind es drei Server).

Somit hat keiner der teilnehmenden Verbindungsknoten alle Informationen über den Nutzer:

  • Der Eintrittsknoten weiß nur von wem die Anfrage kommt, aber nicht wohin
  • Der mittlere Knoten weiß weder woher, noch wohin die Anfrage geht
  • Der Austrittsknoten weiß nur wohin die Anfrage geht, aber nicht woher Sie herkommt

Verknüpft mit HTTPS kann man mit diesem Browser eine sehr effektive Sicherheitsbarriere aufbauen um die eigenen Daten und vor allem den eigenen Standort zu schützen.

Und all diese Schutzmechanismen baut der TOR-Browser so ein, das der Nutzer davon kaum etwas mitbekommt.

Des weiteren gibt es Webseiten, die nur über das TOR-Netzwerk erreichbar sind (Oft fälschlicherweise als DarkNet bezeichnet). Wenn Ihr diese Adressen aufruft, bleibt Ihr in dem TOR-Netwerk und schützt die Privatsphäre noch stärker. Solche TOR eigenen Webseiten sind an Ihrer cryptischen .onion Adresse erkennbar.

Bevor wir zur Installation und Nutzung des Browsers kommen möchte ich gerne noch ein paar Voruteile aus dem Weg räumen:

  • TOR ist doch total langsam
    • Ich nutze den TOR-Browser selbst täglich als meinen einzigen Browser und kann damit alles genau so erledigen, wie vorher auch. Die Geschwindigkeitseinbußen die man hat sind sehr gering.
  • TOR ist schwer zu bedienen
    • Wenn man es nicht besser weiß (oder auf das Logo achtet), fällt der Unterschied zwischen dem TOR-Browser und einem Firefox (mit installiertem NoScript-Plugin) nicht auf.
  • TOR ist doch schon lange gehackt und nicht mehr sicher
    • Es stimmt, das es einzelne Hacking Versuche und Erfolge rund um das TOR-Netwerk gegeben hat, doch diese waren alle in Laboren und unter genauesten Vorgabe. In der realen Welt stellt TOR immer noch eine gute Verteidigung für die eigenen Privatsphäre dar.
  • Wenn ich TOR nutze, falle ich doch erst recht auf und werde überwacht
    • Das stimmt leider derzeit noch, da zu wenig Menschen TOR nutzen. Denn wenn nur Aktivisten und andere Menschen TOR nutzen, für die Anonymität überlebenswichtig ist, fallen diese natürlich auf. Doch wenn wir alle dieses Tool nutzen, schützen wir nicht nur unsere eigene Privatsphäre sonder helfen speziell denen die auf dieses Tool lebenswichtig angewiesen sind. Je mehr Nutzer das TOR-Netwerk hat, desto sicherer wird es!

Schaut euch dazu auch das Video Anonym Surfen Einfach Eklärt an.

Installation

Windows

  • Download
  • Installation
    • Die herruntergeladene Datei öffnen
    • Die Sprache “Deutsch” auswählen
    • Den Downloadpfad auswählen
      • Empfehlenswert ist es hier den Desktop auszuwählen, damit man den Browser auch wieder findet
      • Um die Spuren die man auf dem PC hinterlässt zu verringern und falls man den Browser gerne auch an anderen Computern nutzen möchte sollte man einen angestecketen USB-Stick als Installationspfad auswählen
    • Dann auf “Installieren” klicken
    • Nachdem die Installation beendet ist, auf “Beenden” klicken und der Browser sollte direkt geöffnet werden.

Mac OSX

Linux

Android

Für die Nutzung des TOR Browsers werden unter Android zwei Apps gebraucht, eine (Orbot) stellt die Verbindung zum Onion-Netzwerk her die andere (Orfox) ist der eigentliche Browser

  • Download der Orbot App;
    • Play Store:
    • F-Droid
      • Installation des “The Guardian Project” – Repositories (Falls noch nicht geschehen)
        • Öffne das Repositorie-Menü
        • Aktiviere die “Guardian Project Official Releases”-Repositorie
      • Nach einem Repositorie-Update kann man nach der App “Orbot” suchen
  • Download der Orfox App

Nutzung

Windows

  • In dem Ordner, in welchen wir den TOR-Browser installiert haben, doppelt auf die Datei “Start Tor  Browser” klicken.
  • In dem sich öffnenden Fenster auf “Verbinden” klicken
  • Nachdem die Verbindung hergestellt wurde, öffnet sich das Browserfenster
  • Nun kann wie gewohnt gesurft werden
  • Sollten die Webseite teilweise komisch aussehen, kann das an den blockierten Scripten liegen !
    • Achtung! Wenn Ihr Scripte akivert, kann die Webseite euch wieder mehr ausspionieren
    • Um Scripte temporär für die derzeitige Webseite zu erlauben, klickt auf den NoScript-Button (Rotes “S” neben der URL-Leiste), und wählt dort den dünneren, kursiven Eintrag aus
    • Um Scripte permanent für die derzeitige Webseite zu erlauben, klickt auf den NoScript-Button (Rotes “S” neben der URL-Leiste), und wählt dort den dicken Eintrag aus

 

Mac OSX

  • Den TOR-Browser über das Anwendungsmenü starten
  • In dem sich öffnenden Fenster auf “Verbinden” klicken
  • Nachdem die Verbindung hergestellt wurde, öffnet sich das Browserfenster
  • Nun kann wie gewohnt gesurft werden
  • Sollten die Webseite teilweise komisch aussehen, kann das an den blockierten Scripten liegen !
    • Achtung! Wenn Ihr Scripte akivert, kann die Webseite euch wieder mehr ausspionieren
    • Um Scripte temporär für die derzeitige Webseite zu erlauben, klickt auf den NoScript-Button (Rotes “S” neben der URL-Leiste), und wählt dort den dünneren, kursiven Eintrag aus
    • Um Scripte permanent für die derzeitige Webseite zu erlauben, klickt auf den NoScript-Button (Rotes “S” neben der URL-Leiste), und wählt dort den dicken Eintrag aus

 

Linux

  • In dem Ordner, in welchen wir den TOR-Browser entpackt haben (normalerweise ein Unterordner des Ordners in den wir gedownloadet haben) die Datei “Tor Browser” anklicken. Alternativ im Terminal in den Ordner navigieren und den Befehl “./start-tor-browser.desktop” eingeben.
  • In dem sich öffnenden Fenster auf “Verbinden” klicken
  • Nachdem die Verbindung hergestellt wurde, öffnet sich das Browserfenster
  • Nun kann wie gewohnt gesurft werden
  • Sollten die Webseite teilweise komisch aussehen, kann das an den blockierten Scripten liegen !
    • Achtung! Wenn Ihr Scripte akivert, kann die Webseite euch wieder mehr ausspionieren
    • Um Scripte temporär für die derzeitige Webseite zu erlauben, klickt auf den NoScript-Button (Rotes “S” neben der URL-Leiste), und wählt dort den dünneren, kursiven Eintrag aus
    • Um Scripte permanent für die derzeitige Webseite zu erlauben, klickt auf den NoScript-Button (Rotes “S” neben der URL-Leiste), und wählt dort den dicken Eintrag aus

Android

  • Öffne die “Orfox” App
  • Die App erkennt automatisch das noch keine Verbindung mit dem TOR-Netwerk hergestellt wurde
  • In dem Dialog auf “Ja” klicken
  • Die “Orbot” App öffnet sich und versucht automatisch eine Verbindung herzustellen
  • Nachdem die Verbindung hergestellt wurde, öffnet sich wieder die “Orfox” App
  • Nun kann wie gewohnt gesurft werden (Adressen können über das Menü oben rechts eingeben werden)

– Eure Datenschutzhelden